Bierwart
Kabinengericht

Der Strafenkatalog fürs Fußballteam.

Handy klingelt beim Aufwärmen, Elfmeter über die Tribüne, Trikot mal wieder zu Hause: So eine Liste habt ihr vermutlich auch. Hier ist eine komplette zum Abgucken, dazu ein paar Tipps, wie ihr eure eigene beschließt, ohne dass es hinterher Streit gibt.

Kurz erklärt

Wozu eine Mannschaft einen Strafenkatalog führt.

Ein Strafenkatalog ist eine freiwillige Abmachung. Kleine Vergehen kosten einen kleinen Betrag, der in die Mannschaftskasse wandert. Ernst gemeint ist davon wenig. Es geht um Zusammenhalt, klare Ansagen und darum, dass am Saisonende Geld für die schönen Dinge da ist.

Der Katalog in vier Sätzen

Tradition mit Augenzwinkern

  • Er füllt die Mannschaftskasse, ohne dass jemand ständig einsammeln muss.
  • Er nimmt kleine Patzer mit Humor. Mist gebaut, Kaffeekassen-Betrag gezahlt, weiter geht's.
  • Er schafft klare Ansagen. Zu spät ist zu spät, egal ob Neuzugang oder Kapitän.
  • Das Geld kommt allen zugute: Weihnachtsfeier, Trikotsätze, Aufstiegsbier, Trainingslager.
Zum Abgucken

Ein kompletter Beispiel-Strafenkatalog.

Vier Kategorien, drei Dutzend Klassiker aus dem Amateursport. Nehmt, was passt, streicht den Rest und stimmt die Beträge einmal gemeinsam ab.

Training

Gemessen wird ab Trainingsbeginn, es gilt die Uhr des Trainers.

Zu spät zum Training (je angefangene 5 Min +1 €) 3 €
Unentschuldigt gefehlt 10 €
Handy klingelt in der Kabine 5 €
Handy klingelt während der Ansprache 10 €
Trainingsklamotten vergessen 2 €
Stollen im Vereinsheim oder auf den Fliesen 2 €
„Kurz was trinken“ mitten in der Taktik 3 €
Ball über den Zaun (inkl. selbst holen) 3 €
Leibchen mit heimgenommen und vergessen 5 €
Als Letzter da, als Erster unter der Dusche 2 €
Spieltag

Im Zweifel entscheidet der Trainer. Abgefälschte Bälle sind Ansichtssache.

Zu spät am Treffpunkt 10 €
Trikot oder Schienbeinschoner vergessen 15 €
Falsche Stutzenfarbe 2 €
Gelb-Rot wegen Meckern 20 €
Glatt Rot (Tätlichkeit oder Notbremse) 25 €
Elfmeter verschossen 1 Kasten
Eigentor (Freispruch bei abgefälscht) 1 Kasten
Aluminium-Treffer aus zwei Metern 3 €
Einwurf-Foul 2 €
Allein gejubelt, keiner kommt mit 3 €
Im Schritttempo zur Auswechslung 5 €
Zuerst am Bier, nie beim Netze-Abbauen 5 €
Kabine
Bierdusche geschuldet und nicht geliefert 10 €
Box gekapert, Playlist ohne Absprache 3 €
Licht, Föhn oder Box angelassen 5 €
Nasses Handtuch auf fremder Tasche 2 €
Geburtstag „vergessen“ auszugeben 1 Kasten
Einstand als Neuzugang nicht gezahlt 1 Kasten
Duschgel von allen benutzt, nie selbst mitgebracht 3 €
„Wer hat meinen Schienbeinschoner?“ zum dritten Mal 2 €
Sonstiges & Ehrenkodex
Auto mit laufendem Motor vor der Kabine 5 €
WhatsApp-Abstimmung drei Tage ignoriert 2 €
„Sry Leute, Rücken“ als 90-Sekunden-Sprachnachricht 3 €
Schiri geduzt 2 €
Über den Kassenstand gemeckert, ohne selbst Deckel zu zahlen 5 €
Diesen Katalog angezweifelt 5 €

Angaben ohne Gewähr, Einspruch zwecklos. Beträge, Vergehen und Härtefälle entscheidet am Ende eure Mannschaftssitzung. Der Kassenwart hat trotzdem immer recht.

Selbst gemacht

So beschließt ihr euren eigenen Katalog.

Ein Katalog, den sich die Mannschaft selbst gibt, wird akzeptiert. Einer, den einer allein aufschreibt, sorgt für Diskussionen an der Bande.

Aufsetzen

In der Mannschaftssitzung

  1. Sammeln, was geahndet werden soll. Jeder darf Vorschläge und Running Gags einbringen.
  2. Beträge gemeinsam abstimmen, auch wenn der Kassenwart schon eine Zahl im Kopf hat.
  3. Katalog schriftlich festhalten und sichtbar aufhängen, damit sich später keiner rausredet.
Fair bleiben

Damit alle mitziehen

  1. Beträge klein halten. Ein paar Euro reichen, Härtefälle maximal ein Kasten.
  2. Gleiches Recht für alle, Trainer und Kapitän eingeschlossen.
  3. Einnahmen zweckbinden und beim Kassensturz offenlegen, sonst bröckelt die Moral.
Kassieren

Strafen kassieren, ohne Zettelwirtschaft.

Der Katalog hängt an der Wand, das Geld läuft über die digitale Bierkasse. Dann muss am Sonntag keiner mehr Kritzeleien vom Kühlschrank entziffern.

Strafe fällig, sauber verbucht

Ohne Zettel

  • Strafe fällig? Als Guthaben-Aufladung buchen, die App rechnet mit.
  • „Kasten“-Strafen als Runde eintragen, dann sieht die ganze Kabine, wer heute zahlt.
  • Strafen-Ranking neben dem Bier-Ranking: der sanfte soziale Druck ist gratis dabei.
  • Kassensturz pro Kassenwart, damit am Saisonende die Mannschaftskasse ohne Nachrechnen stimmt.
  • Kein Bargeld dabei? Über den PayPal-Pool zahlen, der Kassenwart gibt frei.
Nachgefragt

Häufige Fragen zum Mannschafts-Strafenkatalog.

Sind Strafen in einer Fußballmannschaft überhaupt erlaubt?

Solange die Mannschaft sie sich selbst gibt und alle zustimmen: ja. Ein Strafenkatalog ist eine freiwillige interne Abmachung, kein Vereinsrecht. Wichtig ist, ihn gemeinsam in der Mannschaftssitzung zu beschließen und niemanden zur Teilnahme zu zwingen.

Wie hoch sollten die Beträge im Strafenkatalog sein?

Klein genug, dass sie keinem wehtun. Ein paar Euro pro Vergehen, bei größeren mal ein Kasten. Es geht ums Prinzip und um die Mannschaftskasse.

Was passiert mit dem Geld aus der Mannschaftskasse?

Es bleibt in der Mannschaft: Weihnachtsfeier, Trikotsätze, das Bier nach dem Aufstieg, der Ausflug ins Trainingslager. Am besten legt ihr vorher fest, wofür. Beim Kassensturz legt der Kassenwart dann offen, was drin ist.

Wer verwaltet den Strafenkatalog und die Kasse?

Klassisch der Kassenwart oder Bierwart. Er hält fest, wer was schuldet, und legt beim Kassensturz Rechenschaft ab. Digital geht das mit einer App wie Bierwart, dann muss niemand mehr Strichlisten entziffern.

Kann man den Strafenkatalog einfach übernehmen?

Der hier ist eine Vorlage zum Abgucken. Streicht, was nicht passt, ergänzt eure eigenen Running Gags und stimmt die Beträge einmal gemeinsam ab. Fertig.

Zum Wohl

Katalog steht? Dann fehlt nur noch der digitale Deckel.

Mannschaft anlegen, Team-Code teilen, erste Strafe verbuchen. Dauert kürzer als die Diskussion, ob der Alutreffer zählt.